Kinder-Spiele: Zusammen statt gegeneinander spielen

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Kinder-Spiele?

Seit einiger Zeit mache ich mir darüber Gedanken, was denn eigentlich die Kinder-Spiele von Johanna so “fördern”.

Das Wort fördern gefällt mir dabei eigentlich gar nicht, weil es mir geradezu zuwider ist, mit meinem Kind etwas zu spielen, weil ich der Meinung bin, es ist nicht gut genug so wie es ist oder sogar dumm, und muss “gefördert” werden. Um dann besser zu sein als vorher. Und das in Endlosschleife, weil das Fördern und Besser-Werden-Müssen nie aufhört. Nein. Ich spiele mit meiner Tochter aus Spaß. Ich gehe mit ihr schwimmen aus Spaß. Und ich gehe mit ihr in unserem Garten gießen und ernten aus Spaß. Mit dem vollen Vertrauen in sie und ihre Fähigkeiten.

Trotzdem ist mir bewusst, dass alles was ich ihr anbiete irgendetwas bewirkt oder eben “fördert”. So habe ich mich also gefragt, was denn unsere Kinder-Spiele so bewirken. Und bin leider darauf gekommen, dass fast alle Kinder-Spiele darauf ausgerichtet sind, gegeneinander statt miteinander zu spielen. Also den anderen platt zu machen, zum Verlierer zu machen. Um selber der Gewinner zu sein. Doch was hat man denn alleine als Gewinner? Und was hat der andere als Verlierer? Wir glauben es ginge beim Spielen um das gewinnen. Aber eigentlich geht es doch darum, nicht zu verlieren.

Wenn es einen Gewinner gibt, muss es auch einen Verlierer geben.

Als ich in einem Spielzeugladen nach Kinder-Spielen gefragt habe, die man zusammen spielen könne, wurden mir nach einigem Überlegen nur zwei angeboten (die stelle ich weiter unten noch vor). Warum ist das so? Warum bringen wir unseren Kindern von Kleinauf genau das bei, worunter wir als Erwachsene so leiden? Warum trainieren wir ihnen bereits im Kleinkindalter schon die sogenannte “Ellenbogen-Gesellschaft” an?

Je nachdem wie sehr Eltern oder Kinder untereinander das gehässige und schadenfrohe Gewinnen-Wollen auf die Spitze treiben, desto eher weint auch mal ein Kind, weil es verliert. Dabei sollte das Spiel doch Spaß machen.

Mir ist dabei eine Geschichte eingefallen, von der ich nicht mehr weiß wo sie herkommt. Aber sie ging ungefähr so, dass mehrere Kinder aus einem nicht in der sogenannten Zivilisation lebenden Volk aufgefordert wurden „Wer von Euch am schnellsten rennt und als erster dort ankommt, kriegt xy.“ Und dass diese Kinder sich an den Händen genommen haben und zusammen dort hingerannt sind. Weil es doch keine Freude wäre, wenn einer alleine alles für sich hat. Und weil sie doch zusammen die Freude an den Sachen haben wollten. Weil sie Freunde sind.

Ich habe das Gefühl, wir trainieren unseren Kindern Neid und Missgunst und die Freude über den Misserfolg des anderen an.

Und ein Teil davon sind unsere Kinder-Spiele. Mensch-ärgere-Dich-nicht ist da wohl eindeutig. Ich selber habe es oft scherzhaft „Mensch-ärgere-Dich“ genannt, was wahrscheinlich viel treffender ist. Denn der andere soll sich ärgern. Wir gehen natürlich davon aus, dass es uns nicht treffen wird. Aber am Ende spielen wir dieses Spiel, damit sich Mensch ärgert. Das ganze Spiel besteht eigentlich aus Schadenfreude. Natürlich habe ich dieses Spiel unendliche Male gespielt und dabei Spaß gehabt. Dachte ich jedenfalls.

Wäre es nicht toll, wenn Kinder in einem Spiel lernten, dass wenn jeder seine Fähigkeiten einsetzt alle zusammen etwas großes schaffen? Ohne gegen jemanden zu spielen?

Ich möchte Euch hier unsere Kinder-Spiele vorstellen, von denen manche dafür gemacht sind zusammen gespielt zu werden, und andere die wir einfach zusammen spielen (-:

Unsere Kinder-Spiele:

Story Cubes: Motiv-Würfel aus denen man Geschichten erzählt, eigentlich erst ab 6 Jahren, das hatte ich beim Kauf nicht gelesen. Man kann also zusammen herumspinnen und sich Geschichten ausdenken. Dazu kann man sich nach strikt an den gewürfelten Würfeln orientieren, oder sie locker zur Ideenfindung nutzen.

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Mein erster Obstgarten: Die Spieler versuchen zusammen alles Obst abzuernten bevor der Rabe den Obstgarten betritt und das Obst wegfuttert. Wir haben den Raben auch schon gefüttert (-;

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Rund um den Kalender: Hier werden durch Würfeln (Drehen an der Scheibe) die Spieler bewegt und Jahreszeiten-Karten gesammelt. (Die Spielfläche wird vorher zusammengepuzzelt) Dies ist ein recht offensichtliches Lern-Spiel, bei dem es um die Jahreszeiten, die Monate und die Wochentage geht. Man kann es sicherlich gegeneinander spielen (wer als erster ein ganzes Jahr voll hat) aber wir spielen es so lange wir Lust haben, oder bis alle Karten weg sind.

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Alle Vögel sind schon da: Unser momentaner Favorit! Die Vögel wollen zur Vogelparty, aber brauchen die richtigen Geschenke. Ich würde das Spiel als kompliziertes Memory bezeichnen. Macht viel mehr Spaß. Und vor allem: die Kinder können und sollen sich helfen. Das heißt sie können sich gegenseitig sagen, unter welcher Karte sich welches Geschenk befindet, wenn sie es sich gemerkt haben.

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Zoo Mix Max: Hier wird um Karten gewürfelt, die je einen Körperteil eines Tieres zeigen. Am Ende kann man die Karten zu lustigen Tieren zusammenlegen. Auch hier kann man gegeneinander spielen, aber wir spielen es miteinander und tauschen Karten untereinander, wenn uns welche fehlen oder uns besser gefallen (-:

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Holz-Wackelturm: Ein super Spiel zum Zusammenspielen. Statt zu hoffen, dass bei anderen der Turm umkippt, kann man sich gegenseitig Tipps geben, wie der Turm stehen bleibt, und zusammen einen ganz hohen Turm schaffen.

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Nagel-Mosaik: Johanna hämmert so gerne. Am liebsten mit echten Nägeln und einem echten Hammer. Dazu hatte ich schon diverse Materialien zur Verfügung gestellt, z.B eine alte Joga-Matte, Papp-Kisten und Styropor. Als sie irgendwann Nägel in die Wand hämmern wollte, dachte ich so ein Spiel wäre vielleicht eine gute Alternative (-: Hier können zusammen (wenn man noch einen zweiten Hammer hat) „Bilder“ erfunden werden.

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Mensch-ärgere-Dich-nicht: Ich nehme es als Beispiel, wie man die Atmosphäre bei solchen Spielen auflockern und auf andere Dinge lenken kann. Wir haben zu Hause das Mensch-ärgere-Dich-nicht-Kids und beim Opa das normale Mensch-ärgere-Dich-nicht. Beim „Kids“ sind die Figuren niedliche Tiere, die z.B. wenn sie sich unterwegs treffen sich etwas zuflüstern können oder beim anderen anklopfen können o.ä. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Der Würfel hat hier keine Zahlen sondern Farben, und das können dann schon die kleineren mitspielen.

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Schwarzer Peter: Ein Kartenspiel. Man muss immer zwei gleiche Karten finden (durch Aufnehmen oder beim anderen ziehen). Wer als erster keine Karten mehr hat, hat gewonnen. Und wer dann den Schwarzen Peter hat, bekommt einen schwarzen Punkt auf die Nase. Irgendwie hört sich das gar nicht schön an. Aber Johanna hat sehr gerne den schwarzen Peter (-: Und eine Freundin von ihr bekommt sehr gerne einen schwarzen Punkt auf die Nase (wir spielen es ohne Anmalen). Ich spiele alle Kinder-Spiele so gut es geht so, dass das Gewinnen gar nicht relevant ist, sondern das Spielen.

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Lottura Regenbogen: Eine Art Holzpuzzle. Kann man auch so spielen, dass die Puzzle-Teile verdeckt liegen, und jeder ein Teil aufdecken und puzzeln kann. So entsteht gemeinsam ein Bild, mit ein wenig Überraschung welches Teil man aufdecken wird. (Wir haben auch einige recht alte Kinder-Spiele, und dies ist eines davon. Genau das gleiche konnte ich im Netz nicht finden, daher habe ich Dir ein ähnliches verlinkt)

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Würfel-Puzzle: Generell kann man alle Puzzle gemeinsam spielen. Jeder darf nacheinander ein Teil puzzeln, oder gleichzeitig alle.

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Domino: Auch hier kann man sich gegenseitig Tipps geben und helfen, gemeinsam versuchen, alle Teile anzulegen.

Memory: Wenn wir Memory spielen, dann gewinnt keiner. Wir spielen einfach bis alle Karten weg sind. Und danach vergleichen wir nie, wer mehr hat. Johanna schenkt mir auch oft einzelne Karten, und wir geben uns beim Spielen Tipps. Ein ganz tolles außergewöhnliches Memory ist das Lausch-Memory. Hier müssen Dosen geschüttet werden und das gleiche Geräusch gefunden werden. Die Dosen können auch geöffnet werden, um zu schauen was drin ist. Die Füllung kann so auch verändert werden.

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Wasserratten in Sicht: Dieses Spiel besitzen wir nicht (wir haben ja auch eigentlich genug Kinder-Spiele.), aber es wurde mir im Spielzeugladen empfohlen als ein Spiel, das man zusammen spielt. Es wirkt sehr ansprechend auf mich, daher stelle ich es hier trotzdem vor.

kinder-spielezusammen gemeinsam

 

Hast Du Kinder-Spiele zu Hause, die dafür gemacht sind sie zusammen zu spielen, dann poste es hier drunter!

Viel Spaß beim Spielen- mit oder ohne Kind!

 

Kurze Info zu den Links: Die Links der Kinder-Spiele sind sogenannte Affiliate-Links. D.h. wenn Du über so einen Link eins der Kinder-Spiele kaufst bekomme ich einen geringen Prozentsatz davon, Du zahlst jedoch nicht mehr dafür. Viel Spaß beim Kinder-Spiele-Kaufen (-: Und vielen Dank, wenn Du meine Links nutzt.

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4 Comments

    • AnjaFutura

      ja stimmt! Das habe ich ganz vergessen. ich habe es selber noch nie gespielt aber habe schon lange vor es mal zu kaufen. Bisher dachte ich es ist für Johanna noch nichts, da steht ab 5. Das sieht wirklich zauberhaft aus

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