Sophia über MS, Neurodermitis und ihr neues Leben mit Rohkost

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Die vegane Mami:

Heute mache ich wieder ein Interview und zwar habe ich Sophia ausgesucht, die eine ganz besondere Geschichte hat. Und zwar hat Sophia vor circa einem Jahr die Diagnose bekommen, dass sie Multiple Sklerose hat.

Vielleicht magst Du mal kurz erzählen, wie es so abgelaufen ist.

Sophia:

Das ging vor zwei Jahren los mit einer Sehnerv-Entzündung. Dann wirst Du von Hinz zu Kunz geschickt und landest am Ende in der Uniklinik. Die machen dann lustige Tests und saugen dir Flüssigkeiten aus irgendwelchen Öffnungen, wo du gar nicht wusstest, dass da Flüssigkeiten gezogen werden. Und dann kriegst du irgendwann die Diagnose, es ist Multiple Sklerose.

Es zieht dir zuerst den Boden unter den Füßen weg, weil das einfach eine Krankheit ist, die nicht berechenbar ist. Und das ist das Schlimme an dem Ganzen, dass du keine Prognose hast. Also die Ärzte sagen: „Ja, es kann sein, dass Sie in einem halben Jahr im Rollstuhl sitzen, aber es kann auch sein, dass Sie in 50 Jahren noch laufen und springen können.“ Und das ist eigentlich das Fiese an der Krankheit.

Also klar, sind die Symptome auch unschön. Du hast irgendwelche Nervenausfälle und spürst irgendwelche Sachen nicht oder kannst sie nicht bewegen. Das sind neurologische Ausfälle.

Dir kann halt keiner sagen, wie schnell das passiert, wie oft diese Schübe kommen. Also die Krankheit manifestiert sich so. Ja, es kann dann sein, du bist jahrelang frei und alles ist prima und du lebst normal vor dich hin oder du hast einen Schub nach dem anderen und sitzt nach einem Vierteljahr oder nach zwei, drei, vier Jahren im Rollstuhl. Also es kann alles passieren und das ist eigentlich das Schlimmste an dem Ganzen.

Die vegane Mami:

Das heißt, ein Schub macht immer irgendwelche Nervenausfälle?

Sophia:

Genau, ein Schub soll sich – das ist es ja, man weiß es eben auch nicht. Das ist eine Krankheit, an der wird seit Ewigkeiten geforscht, aber keiner hat wirkliche Ergebnisse vorzuweisen.

Du hast halt so Läsionen im Kopf. Auf dem MRT sind es weiße Flecken. Da fehlt halt einfach ein Stück. Das ist einfach weg durch (überlegt) – Wortfindungsstörung kommen gerne bei MS-Patienten vor- ich schiebe es darauf – Entzündungen. Durch Entzündungen, die sich in der Wirbelsäule manifestieren können. Die machen dann Ausfälle. Also je nachdem was halt im Kopf oder in der Wirbelsäule betroffen ist.

Es kann sein, du spürst deine Hand nicht mehr, oder du kannst sie nicht mehr bewegen. Es kann zu Organversagen kommen. Du kannst es halt vorher nicht wissen. Du kannst nicht sagen, die fängt am Fuß an und geht dann nach oben.

Also bei mir war der erste Schub eine Sehnerv-Entzündung. Der Zweite ging ins rechte Knie, also dass ich sehr lange nicht laufen konnte. Ich hatte im ganzen Bein Sensibilitätsstörungen gehabt. Das fühlte sich so an – die Mädels wissen das – wenn man eine ganz dicke, ganz furchtbar enge Leggins anhat und dann so drüber streift. Das ist ein ganz ekliges Gefühl und so hat sich meine Haut angefühlt. Das ganze Bein. Das war ganz eklig. Das war richtig wie ein Fremdkörper. Den konnte ich zwar bewegen, aber es war irgendwie nicht mehr meiner. Das war ganz doof.

Und wenn du so einen Schub hast, ist es jedes Mal ein Überraschungspaket, wo der halt hingeht. Es kann sein, dass du aufwachst und sich irgendwas anders anfühlt oder irgendwas weg ist, dass du nicht mehr richtig sehen kannst oder hören kannst. Wenn es auf die Blase geht, du nicht mehr das Wasser halten kannst. Also es kann wirklich alles sein.

Die vegane Mami:

Und weiß man, woher die Krankheit kommt? Wie die ausgelöst wird oder so?

Sophia:

Nein. Man forscht, ich glaube, seit den 50er Jahren. Aber es gibt diverse Theorien. Ich habe meine eigene mittlerweile. Aber die Ärzte forschen und wissen es eigentlich bis heute nicht.

Du kriegst dann Medikamente verschrieben. Unglaubliche, krasse Dinger, die du dir spritzen musst. Also mittlerweile gibt es Spritzen oder in Tablettenform. Vor zwei Jahren ging es los, dass man die Medikamente auch in Tablettenform verabreichen kann. Ich hatte es ausprobiert, weil man natürlich zuerst auf die Weißkittel hört. Man ist ja erstmal so, dass man denkt: „Oh mein Gott! Was mache ich hier? Natürlich! Wenn Sie sagen, das hilft irgendwie, dann geben Sie her.“ Dann habe ich mir drei Monate Beta-Interferone gespritzt, alle zwei Tage. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens.

Also ich hatte grippeartige Symptome jedes Mal anderthalb bis zwei Stunden spätestens nach dem Spritzen. Das hielt die ganze Nacht. Mit Kopfschmerzen, mit Schüttelfrost, mit Gliederschmerzen. Also mit allem, was du dir vorstellen kannst. Das sind quasi wie Grippeviren, die du dir spritzt, und die sollen in deinem Immunsystem eine Reaktion hervorrufen, die dann hilft, die MS hinauszuzögern. So ist die Theorie. Es kann dir keiner beweisen. Also es gibt keine Studien mit Leuten, die sich nichts spritzen oder nichts einnehmen.

Die Tabletten sind nicht wesentlich besser. Denn sie gehen total auf den Magen. Also das ist keine wirkliche Alternative.

Ich habe es nach drei Monaten sein gelassen und mir einen anderen Weg gesucht, weil ich nicht mehr Herr meines eigenen Körpers war. Ich konnte nicht mehr klar denken. Ich konnte nicht mehr nachts durchschlafen. Ich hatte wirklich Schiss, weil ich wusste, den Tag, wo ich gespritzt habe, den Abend – also man macht es üblicherweise abends, damit nachts die Symptome nicht so auffallen wie am Tag. Dafür kannst du nachts nicht schlafen. Es ist also eigentlich gehupft wie gesprungen, ob du jetzt tagsüber grippeähnliche Symptome hast und dafür nachts schlafen oder ob du nachts die Symptome bloß nicht verschläfst, weil du einfach davon wach wirst, wenn dein Körper zittert und einmal schwitzt und einmal friert und das innerhalb von drei Minuten. Also das ist auch nicht besser. Du schmeißt mit der Wurst nach dem Schinken. Das ist wirklich total egal.

Und ich habe es dann sein gelassen und dann ging eigentlich so mein Weg wieder zurück in die Gesundheit los. Weil ich gesagt habe: „Mir kann keiner garantieren, dass ich jetzt, wenn ich mir dieses Zeug spritze, dass es mir in 50 Jahren deswegen besser geht als jetzt.“ Weil die Garantie gibt dir keiner, weil jede MS bei jedem Patienten anders ist. Das heißt, du kannst keinen Studien glauben, weil jeder reagiert anders. Jeder hat unterschiedlich schwere Schübe und unterschiedliche Zeitabstände zwischen den Schüben. Es gibt nicht zwei Leute mit MS, die dieselben Symptome zur selben Zeit im selben Ablauf haben in der selben Schwere. Das gibt es nicht. Das ist die Krankheit mit den tausend Gesichtern.

Und deswegen habe ich gesagt: „Dafür, dass ihr mir nicht garantieren könnt, dass wenn ich mir diesen Mist spritze und es mir jetzt kacke geht – richtig, richtig, richtig schlecht – warum mache ich mir dann quasi die Gegenwart zunichte?“. Und habe es tatsächlich gesagt und eingepackt: „Behalten Sie es. Ich will davon nichts mehr wissen und nichts mehr hören. Ich mag das einfach nicht mehr.“

Die vegane Mami:

Und hast Du Dich da schon informiert, was du stattdessen machen möchtest?

Sophia:

Ja. Ich habe, als die Diagnose kam, und ich dann einigermaßen wieder denken konnte, angefangen, mich eben auch mit Alternativen, auf der Suche nach Alternativen, zu beschäftigen, um zu gucken: was kann man eventuell noch machen, außer sich diese Chemie irgendwie in den Körper spritzen alle zwei Tage?

Dann bin ich aufmerksam geworden übers Internet, dass es eben Leute gibt, die nichts nehmen und die ihre Ernährung umgestellt haben und die sind schubfrei. Oh Wunder! Seit Jahren. Die sind geheilt. Deren Symptome sind zurückgegangen. Das, wo eigentlich jeder Arzt sagt: neurologische Schäden sind irreversibel. Die waren auf einmal reversibel.

Und dann habe ich mich mit einer unterhalten über Facebook, die Julia von Vrohkost. Kennen vielleicht sicherlich die Leute, die mit MS zu tun haben, weil sie auch selber MS hat. Und mit der habe ich geschrieben und sie sagte: „Was hast du halt zu verlieren? Es kann dir keiner sagen, ob es mit diesen Spritzen besser ist oder nicht und du versaust dir damit die Gegenwart.“

Dann habe ich gesagt: „Gut. Ich muss es probieren. Ich muss einfach für mich selber probieren.“ Ich habe nach jedem Strohhalm gegriffen. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Tatsächlich.

Die vegane Mami:

Das heißt, seitdem kam kein Schub?

Sophia:

Nein. Ich habe vor einem Jahr meinem Neurologen quasi die Sachen auf den Tisch gepackt und habe gesagt: „Wir lassen das Thema jetzt. Ich möchte davon nichts mehr hören.“ Ich habe umgestellt auf Rohkost. Von einem Tag auf den anderen. Ganz strikt. Macht es nicht nach! Das ist keine gute Idee. Aber für mich war es die einzige Möglichkeit damals. Einen wirklich ganz klaren Cut zu machen und zu sagen: „So. Ab morgen ein anderer Weg!“

Die vegane Mami:

Das heißt, vorher hast du alles gegessen?

Sophia:

Furchtbar. Ich habe nicht unglaublich ungesund, aber schon ungesund gegessen. Also ich war gerne mal bei Burger King. Ich habe geraucht. Ich habe Alkohol getrunken, regelmäßig. Ich habe Mischkost in allen Formen gegessen. Qualitativ jetzt nicht auf die hochpreisigen Lebensmittel geachtet. Ich sage mal so durchschnittlich wie vielleicht 90% der Leute, die sich irgendwie noch nie mit Ernährung beschäftigt haben. Also von einer normalen durchschnittlichen Mischkost von einem Tag auf den anderen zur roh-veganen Ernährung.

Die vegane Mami:

Okay. Also einmal alle Gewohnheiten ändern. Und: was war mit Entgiftung?

Sophia:

Frag nicht! Ich hatte durch diese, also ich hatte zur Behandlung meiner MS Kortison bekommen in zwei großen Stoßkuren. Eigentlich hätte es jeden Elefanten umgehauen. Also bei mir hat es auch alles platt gemacht.

Dementsprechend war auch mein Immunsystem komplett am Ende. Von Verdauungsstörung und Darmproblemen ganz abgesehen. Dann kam eine ganz, ganz schlimme Neurodermitis. Mein Körper war wirklich übersät von Flecken. Das sah zum Teil aus wie eine Gürtelrose. Als es dann anfing, hier oben quasi unterm Tuch hoch ins Gesicht zu ziehen, habe ich gesagt: „Okay. Also allein schon dafür muss es eine Alternative geben. Ich kann nicht ständig irgendwelche Kortison-Cremes da drauf schmieren. Dann komme ich aus diesem Kreislauf ja nie raus.“

Die vegane Mami:

Ach so. Die Neurodermitis hattest Du vor der Rohkost?

Sophia:

Ja, ja. Das war eine Begleiterscheinung der tollen Behandlung der Schulmedizin, die wieder hoch gekommen ist.

Ich hatte als Kind Neurodermitis. Die hat sich dann wieder, wie es so typisch ist, im Pubertätsalter verwachsen, und ich hatte dann eigentlich ganz wenige Probleme nur noch, also wirklich vernachlässigbar. Nur noch hier und da ein kleiner Ausschlag, aber das war jetzt überhaupt nicht der Rede wert. Aber dann habe ich meinen Körper zum Teil blutig gekratzt, weil ich nicht mehr konnte.

Es gibt Gott sei Dank keine Bilder, aber vielleicht hätte ich welche machen sollen. Also mein Freund ist zum Teil erschrocken, wenn er dann morgens das T-Shirt mal abgezogen hat von meinem Rücken. Es sah aus als hätte ich mir mit einer Peitsche irgendwie über den Rücken gezogen, weil ich nachts einfach gekratzt habe. Ich bin bald durchgedreht. Es war ganz schlimm und da habe ich die fiesen Kortison-Cremes draufgeschmiert, und es hat nicht geholfen.

Na ja. Und dann wurde das langsam besser und dann habe ich auf Rohkost umgestellt, und dann ging es wieder los. Dank der Entgiftung. Aber ich wusste, dass es kommt. Also war ich darauf vorbereitet. Es war nicht ganz ohne Vorwarnung. Da wusste ich: „Okay, da musst du jetzt durch. Das musst du jetzt irgendwie schaffen, weil danach wird’s besser.“ Ich hatte einfach dieses Verlangen, diesen Glauben festzuhalten: Es wird einfach danach besser und es kann nicht schlimmer werden als es zu dem Zeitpunkt war, und wenn du da einmal durch bist, dann kann es nur noch aufwärts gehen. Das hatte ich im Hinterkopf. Aber es war eine echt harte Zeit.

Die vegane Mami:

Wie lange hat es gedauert bis die Haut wieder in Ordnung war?

Sophia:

Also bis die Haut wirklich in Ordnung war hat es bestimmt ein Dreivierteljahr gedauert. Das war wirklich… Jetzt reagiert sie halt sensibel, wenn ich einen Cheat-Day einlege und er sehr „cheatig“ ist.

Die vegane Mami:

Wenn du was einlegst?

Sophia:

Einen Cheat-Day. So einen Tag, an dem ich wirklich mal…

Die vegane Mami:

Was isst Du an so einem Tag?

Sophia:

Na ja, dann muss mal die Kartoffelchipstüte meines Freundes dran glauben. Da wird schon mal zugelangt. Oder wenn ich nicht an einem Nudelteller vorbeigehen kann und es keine glutenfreien Nudeln oder Reisnudeln oder so etwas sind, dann fängt die Haut an zu blühen.

Die vegane Mami:

So schnell? Nach so einem Tag auch?

Sophia:

Das geht innerhalb einer halben Stunde.

Die vegane Mami:

Krass.

Sophia:

Also Laktose ist mittlerweile ganz schlimm. Gluten geht gar nicht. Dann kriege ich großräumige Flecken, also das ist mittlerweile ganz, ganz krass. Ja.

Und wenn ich zu viel Zucker, raffinierten Zucker gegessen habe, dann blüht’s auch an diversen Stellen. Also es hat sich auch mittlerweile seltsamerweise manifestiert, dass der rechte Arm auf Gluten reagiert, der linke Arm auf Laktose und mein Rücken auf Zucker. Frag mich nicht, warum. Ich bin seltsam.

Die vegane Mami:

Haha, ja, dann weißt Du es, je nachdem was Du isst.

Sophia:

Ja, ganz genau. Ich kann Dir immer sagen, was gerade der Auslöser für diese Neurodermitis war. Ich hatte es wirklich mal beobachtet. Das ist verrückt.

Die vegane Mami:

Und was mir vorhin noch eingefallen ist: Was hat Dein Neurologe gesagt?

Sophia:

Also die versuchen natürlich dich ständig bestmöglich zu beraten, in ihrem Sinne, was zur Folge hatte.. Zuerst hat er gesagt: „Ja, okay. Es ist Ihr Körper. Ich kann Ihnen“, und das ist mir echt im Gedächtnis geblieben, „Ich muss Sie aber warnen. Wenn der nächste Schub kommt und der geht ins Rückenmark, dann haben Sie ein Problem.“ Dann habe ich ihn angeguckt. „Hm, okay. Danke fürs Sagen. Wird aber nicht passieren.“ So. Er meinte: „Okay, ich musste es Ihnen sagen aus rechtlichen Gründen.“ Damit er auch abgesichert ist.

Na ja, jetzt bin ich alle halbe Jahre zum Kontrolltermin. Kriege von ihm immer zu hören: „Sie sehen aber gut aus!“. Ja, vielen Dank. „Sie strahlen so!“ hat er mir das letzte Mal gesagt. „Was ist denn mit Ihnen los? Sie strahlen so.“ Na ja, mir geht es halt gut. Ich nehme keine Medikamente mehr. Ich ernähre mich gesund und habe unglaublich viel Energie und bin wieder Herr meines Körpers und bin so langsam wirklich wieder auf dem aufsteigenden Ast. Also ich kann jetzt so langsam sagen: Der Weg in Richtung Gesundheit ist mittlerweile greifbar.

Die vegane Mami:

Also nochmal. Du bist jetzt schubfrei?

Sophia:

Seit einem Jahr.

Die vegane Mami:

Und die Leute, die du kennengelernt hast und die den gleichen Weg gegangen sind, die sind auch schubfrei?

Sophia:

Also ich habe mittlerweile mit ganz vielen – definiere „viel“ – also es sind fünf oder sechs garantiert, mit denen ich schon Kontakt hatte, auch über diverse soziale Medien, die mir dasselbe bestätigt haben, die gesagt haben: „Ich habe vor 8 Jahren, vor 15 Jahren umgestellt. Vorher regelmäßig ein bis zwei Schübe im Jahr.

Seitdem ich auf Rohkost umgestellt habe, nichts.“

Die vegane Mami:

Und auch die Probleme, die sie hatten, sind besser geworden?

Sophia:

Ja. Ich kann es aus eigener Erfahrung sagen. Ich hatte es vorher schon erzählt. Diese komischen Sensibilitätsstörungen am Bein. Das war wirklich… Also das war so schlimm, dass ich nachts davon aufgewacht bin, weil die Bettdecke sich einfach komisch angefühlt hat. Das ist so krass gewesen, dass ich aufgewacht bin davon. Das war nicht einfach mal nur so ein bisschen oder ein Fleck. Das war tatsächlich das ganze Bein wirklich oben vom Oberschenkel bis zum Fuß. Der Fuß an sich war nicht betroffen, aber der ganze Rest fühlte sich ganz doof an.

Ich habe Gott sei Dank einen sehr guten Hausarzt, der auch viele naturheilkundliche Verfahren in seiner Praxis mit anbietet und auch viel versucht, damit zu behandeln. Also wenn es wirklich gar nicht mehr geht, er die Chemiekeule rausholt. Und er sagte halt: „Okay. Wir testen kinesiologisch alles Mögliche durch, was geht.“ Da kam Ende so eine Liste von. Was mir tatsächlich geholfen hat, war ganz hochdosiertes B12, Methylcarbo-Dingensbumens – kann ich dir aufschreiben.

Die vegane Mami:

Methylcobalamin?

Sophia:

Genau. Methylcobalamin. Ich kriege dieses Wort nicht hin. Wenn ich es lese, weiß ich, es ist B12, aber ich kann es mir nicht merken.

Und das habe ich in einer wirklichen Stoßkur wirklich genommen und ich konnte zugucken. Innerhalb von zweieinhalb Wochen war der ganze Unterschenkel schon quasi wieder normalfühlig. Und nach einem Vierteljahr war alles weg.

Die angeblich irreversiblen Schäden sind einfach weg. Ich habe wieder ein völlig normales Gefühl in meinem rechten Bein und es fühlt sich genauso an wie das linke. Und es ist keine Einbildung. Man sagt ja: „Es passt sich dann an und das Hirn ist dann so, dass es die Synapsen irgendwie neu bildet.“ Nein, es fühlt sich wirklich an. Ich konnte wirklich zugucken. Wenn ich darüber gestrichen habe, wurde es von Tag zu Tag wieder normaler. Und das war super. Und Q12 habe ich auch noch dazugenommen. Das Beides ist super in Kombination, um die Nerven zu stärken und die Nervenbahn aufzubauen. Also ich kann es wirklich nur jedem raten, das einfach auszuprobieren.

Die vegane Mami:

Also hast Du noch andere Sachen gemacht? Ich meine, viele Leute, die so eine Diagnose bekommen, fangen mit allem an. Die beten und machen alles Mögliche. Hast Du nur die Ernährung umgestellt oder noch andere Dinge?

Sophia:

Die Ernährung war der erste Schritt. Obwohl. Das stimmt eigentlich gar nicht. Ich habe vorher eigentlich angefangen, mein Leben zu überdenken. Was ich will. Wo will ich hin? Ist das, was ich gerade beruflich mache, das, was ich immer machen möchte? Ich habe tatsächlich mein ganzes Leben in Frage gestellt.

Das Einzige, was ich nicht in Frage gestellt habe, war meine Beziehung zu meinem Freund. Wir waren damals, ich glaube, sechs Wochen zusammen, also ganz frisch. Und Schatz, ich liebe dich dafür, dass du zu mir stehst. Das war quasi das Einzige, was ich nicht in Frage gestellt habe.

Ansonsten habe ich meinen kompletten Freundeskreis auf links gedreht, geschüttelt und die ganzen Energiefresser rausgeschmissen. Da gab es einige.

Ich habe mein Leben entstresst.

Ich habe mich viel mit mir selber beschäftigt. Viel reflektiert. Viel angefangen, darüber nachzudenken, was für mich mein Sinn des Lebens ist. Also was ich gerne erreichen möchte auf dieser Erde. Und habe dann angefangen, einmal quasi alles auf links zu drehen und habe eigentlich gemerkt: Den Job, den ich mache, möchte ich nicht mehr ewig machen. Mein Freundeskreis, so wie er jetzt ist, gefällt mir nicht. Da gibt es viele Leute, die einfach nur nehmen, nehmen, nehmen und nichts zurückgeben.

Das Thema Gesundheit mit der Ernährung war natürlich ein Großes dann, was ich angegangen bin. Ich glaube, verrückter kann man nicht sein, als von heute auf morgen auf vegane Rohkost umzusteigen. So ohne Vorwarnung quasi. Mit einem kaputten Verdauungssystem, das ich damals hatte. Also damals war nichts gesund. Da war alles platt.

Die vegane Mami:

Hattest Du da noch eine Darmkur oder so etwas gemacht?

Sophia:

Nö.

Die vegane Mami:

Ne?

Sophia:

Nö. Natürlich nicht, haha. Ne, ich habe es einfach so probiert. Wie gesagt, mir konnte es nicht schlimmer gehen. Ich hatte eh vorher schon auch Probleme mit dem Stuhlgang und habe dann die Umstellung. Das lief so nebenbei mit. Also die Darmprobleme

Die vegane Mami:

Du hattest Dich eh schon daran gewöhnt, sozusagen.

Sophia:

Die waren eh da. Und da habe ich mir gedacht, dann macht’s auch nichts, wenn da noch die ein bisschen Blähungen. Na gut, das weiß man. Das ließt man überall, dass wenn man umstellt auf Rohkost, erstmal vier Wochen Blähungen hat bis sich der Magen-Darm-Trakt daran gewöhnt hat. Ich hatte schon Blähungen als es egal war, was ich gegessen habe. Also war es nicht so dramatisch. Und ich wusste, das geht irgendwann weg. Und da habe ich es relativ locker gesehen.

Na ja, dann habe ich irgendwann mit Yoga angefangen. Und das hat mir nochmal einen anderen Kick auf einer anderen Ebene gegeben. Ich habe viel bewusster meinen Körper wahrgenommen und habe dann auch gemerkt, wie das nicht nur meinem Körper, sondern auch auf geistiger und seelischer Ebene eigentlich gut tut. Yoga macht nicht nur körperliche Ertüchtigung, sondern wirkt auf ganz vielen verschiedenen Ebenen und hat dann angefangen, mich tatsächlich spirituell auch weiterzuentwickeln. Ich habe da große Schritte gemacht.

Mittlerweile könnte ich mir eine Woche ohne Meditation gar nicht mehr vorstellen. Ich brauche das mittlerweile auch, um mich in einen Einklang zu bringen und dass irgendwie alles so schön ist.

Die vegane Mami:

Wie oft meditierst du so?

Sophia:

Nach Bedarf. Eigentlich sollte ich meinen Tagesplan umplanen, um mir wirklich jeden Tag wenigstens eine halbe Stunde zu nehmen, weil ich merke, wie schön sortiert ich aus einer Meditation wieder rauskomme. Aber ich sage mal, wenn ich es ein- bis zweimal die Woche hinkriege, glaube ich, bin ich schon ganz gut. Ich setze mich da auch nicht unter Druck.

Ich habe halt auch als ganz großes Leitthema meines neues Lebens „Entstresse dich.“ auf die Fahne geschrieben. Also den meisten Stress macht man sich ja selber. Der kommt jetzt nicht von außen. Und ich habe mir wirklich gedacht, ich muss mich überhaupt nicht mehr zwingen zu irgendetwas.

Ich mache wirklich nur, wo ich Lust darauf habe. Wenn ich gerade Lust habe, drei Stunden zu meditieren, dann meditiere ich drei Stunden lang. Da kann das Telefon klingeln und der Rechner pingen. Wenn Leute etwas von mir wollen, dann ist das egal. Wenn ich das drei, vier, fünf Tage nicht möchte, dann ist das auch völlig in Ordnung. Keine Dogmen. Keine vorgefertigten Schubkästen.

Ich mache das alles, wonach mir ist, wann mir ist, wie mir ist.

Die vegane Mami:

Ja, da fällt mir wieder die Chipstüte ein. Aber abgesehen von der Chipstüte, was isst Du aber an einem normalen Tag, an einem Rohkost-Tag?

Sophia:

Idealerweise starte ich mit einem Smoothie, mit einem Grünen. Mein Lieblingsrezept dazu ist Grünkohl als Grundlage und dann mit Obst, das ich da habe. Gerne eine Banane, dann wird das so schön cremig. Und dann noch diverse Kräuter rein. Ich stehe total auf Grünkohl. Keine Ahnung, warum. Ich liebe Grünkohl. Ich versuche da auch, so wenig Zutaten wie möglich reinzupacken. Dann ist man eine Weile satt.

Und dann mittags einen Salat. Also wir haben eine ziemlich coole Salatbar bei uns hier in Leipzig, wo du dir frisch alles zusammenstellen kannst nach eigenem Geschmack, der auch unglaublich preisgünstig ist, wie ich finde. Bio-Qualität und ist superfrisch und hat tolle Dressings. Die Leute, die meinen Blog verfolgen, die sehen die Salate regelmäßig in meinen Blogposts, weil ich irgendwie…

Die vegane Mami:

..Dich kreativ auslebst?

Sophia:

Ne. Ich esse immer dasselbe seltsamerweise. Never touch a running system. Aber ich bin dort eigentlich, wenn ich arbeiten bin, drei- oder viermal die Woche garantiert. Deswegen, die kennen mich schon mit Namen, und die wissen eigentlich schon „Einmal wie immer?“. So ungefähr. Also es ist echt verrückt.

Dann nasche ich nachmittags meistens noch ein bisschen Obst. So ein bis zwei Stücke.

Und abends gibt’s einen Salat oder wenn mir danach ist, eine gekochte Kartoffel oder Reisnudeln oder Reis oder Quinoa oder mal gekochte Bohnen. Ich bin da jetzt nicht 100% strikt, weil das macht Falten und hässlich, und das will ich nicht. Ich habe lieber Lachfalten. Das ist schöner.

Die vegane Mami:

Aber Du bist auf jeden Fall auf dem grünen Trip?

Sophia:

Ja.

Die vegane Mami:

Viel Blätter oder was ist Dir besonders wichtig?

Sophia:

Mir ist besonders wichtig, dass mein Körper kriegt, wonach er verlangt. Also ich habe auch gelernt, auf meinen Körper zu hören. Und wenn ihm eine Woche lang nach Obst ist, dann kriegt er eine Woche lang überwiegend Obst. Und wenn ihm irgendwie eine Woche lang ausschließlich nach grünem Blattgemüse ist, kriegt er auch ausschließlich grünes Blattgemüse. Also ich esse wirklich nach Appetit. Ich kann es gar nicht so… Es ist schwierig, aber ich bin mittlerweile so gefestigt in meinem Erkennen des Appetits, dass ich auch weiß, was mir fehlt.

Die vegane Mami:

Na toll. Da bin ich irgendwie noch nicht. Aber ich trinke auch noch Kaffee manchmal – koffeinfrei.

Sophia:

Genau. Mit Pflanzenmilch.

Die vegane Mami:

Ja, natürlich.

Sophia:

Wir sind nämlich in einem veganen Restaurant, „Green Soul“ in Leipzig.

Die vegane Mami:

Genau. Total schön hier. Also ich besuche gerade eigentlich meine Schwester in Halle und da dachte ich, ich mache einen kleinen Abstecher nach Leipzig und es ist hier wirklich total schön. Ich bin ganz überrascht.

Sophia:

Leipzig hat auch schöne Ecken.

Die vegane Mami:

Ich kenne Leipzig ja sonst gar nicht so. Ich war nur einmal in der Innenstadt, aber die fand ich auch sehr schön da, wo die Fußgängerzone war. Aber das ist auch schon viele Jahre her. Da war so eine Ausstellung von diesem Assisi oder wie der heißt. Vielleicht ist es ja immer noch da?

Sophia:

Ich weiß gar nicht, ob momentan. Aber er hat eigentlich seit Jahren hier ständig Ausstellungen, wechselnd.

Die vegane Mami:

Also du hast einfach so auf Rohkost umgestellt und mit Deinem Umfeld, wie hat es da funktioniert? Die haben alle gesagt: „Ja, toll! Wir helfen Dir, weil wir wollen, dass es Dir besser geht.“ oder haben die gesagt: „Bist Du bescheuert?! Nimm doch lieber die Medikamente.“, oder?

Sophia:

Also ich habe Glück, weil meine Mutter hat mir 100.000 Bücher immer gegeben und gesagt: „Hier, Kind, lies doch mal.“ Also wir sind schon vorher gerne mal – auf Naturmedizin haben wir zurückgegriffen. Wir sind also jetzt nicht die Schulmedizinmeinungsverfechter. Schönes Wort für Galgenraten. Und sie hat dann gesagt: „Mensch, hier, guck mal! Ich habe da was. Ich habe ein Buch empfohlen bekommen von irgendwie einer. Vielleicht liest du das mal.“ Es heißt Die Evers-Diät“. Da wird allerdings nicht reine Rohkost empfohlen, sondern der hat halt noch Kaffee und Brot drin. Ab und an Käsesorten irgendwie drin. Aber der Großteil schon roh.

Ich glaube, in den 40er, 50er Jahren hat er schon geforscht und unglaubliche Erfolge verzeichnen können. Und ich habe angefangen, mich dann auf dieser Schiene von einem Buch zum nächsten sozusagen zu bewegen. Und für mich stand fest: Okay, entweder ich mache das jetzt radikal von jetzt auf gleich oder gar nicht.

Mein Freund guckte mich an: „Solange ich nicht mitmachen muss, mach.“ Ich sagte: „Ne, musst du nicht.“ Mama: „Finde ich super! Kind, mach das! Ich unterstütze dich.“ Und die anderen haben mich angeschaut wie „Du willst dich nur von Rohkost ernähren?! Was kannst du dann noch essen?!“. Diese typischen Fragen, die halt jeder kriegt. „Und dann auch noch vegan. Du bist ja verrückt.“

Dann habe ich mir gedacht: „Lasst mich in Ruhe. Das ist mein Körper und meine Gesundheit. Schlimmer als jetzt kann es nicht werden. Ich mache das jetzt.“ Na ja, dann habe ich am 19.03.2014 beschlossen: ab morgen Rohkost!

Das waren vier Wochen voller Entbehrung und Qual. Und das war irgendwie ganz schlimm. Ich habe mir wirklich nichts nebenher gegönnt. Also weder einen Tee, noch ein gedünstetes Gemüse oder Reis, Kartoffel, alles gar nicht und das war hart. Wenn es dir körperlich sowieso Mist geht – und du hast ja beim Essen auch oft einen Belohnungseffekt dabei, dass du etwas isst, was dir gut schmeckt, weil es dir gerade nicht so gut geht. Kennen wir ja alle, ne? Bei mir war’s Schokolade. Ich bin ein totaler Süßigkeitenfreak.

Das Erste, was ich nachgeguckt habe: Schokolade: Kakao! Kakao darfst du essen. Prima! Die Welt lebt weiter. Sie dreht sich weiter. Ja, dann habe ich wirklich ganz radikal nichts rechts, nichts links mit besagten Nebenwirkungen. Blähungen und die Neurodermitis blühte wieder auf und ich wusste, wenn die vier Wochen rum sind, dann wird es besser.

Dann nach den vier Wochen habe ich hier einen kennengelernt, einen Rohköstler hier aus Leipzig, und der hat mich angeguckt und gesagt: „Was?! Du hast von jetzt auf gleich umgestellt und du kostest nicht mal Sachen, die du toll findest? Bist du bescheuert?!“. Ich sagte dann wieso. „Ja, das macht man nicht. Das ist Quälerei.“ Ich sagte: „Es ist Quälerei. Aber mir geht’s großartig.“

Da ging dieser Energieboost los, den jeder kennt, der mal gefastet hat. Dass du einfach Energie hast und so rumläufst wie ein Duracellmännchen: „Wo ist was zu tun? Wo ist was zu tun? Ich muss irgendwo mit meiner Energie hin.“ Das war ganz furchtbar. Ich konnte noch nicht richtig laufen, weil ich total schwach war, weil ich drei Monate lang gelegen habe.

(Hier ist die Stelle an der Du weiterlesen musst, wenn Du im Video nichts mehr verstehst.)

Na ja, er hat dann irgendwie gemeint: „Mensch, koste doch ein Stück Brot.“ Bei mir waren es dreißig Jahre, in denen du nur Brot mit Geruch, mit lecker, mit „Will ich essen!“ in deinem Kopf konditioniert hast. Dann wirklich von jetzt auf gleich an einem Bäcker vorbeizugehen auf einer Straße und du hast in dem Moment das Gefühl, dass an jeder Ecke ein Bäcker ist.

Die vegane Mami:

Ist auch.

Sophia:

Es ist tatsächlich an vielen Ecken ein Bäcker. Aber das war irgendetwas, wo ich dachte: „Boah. Das kann doch nicht wahr sein.“ Und er: „Koste mal. Es schmeckt wirklich wie ein Stück Pappe.“ Und ich habe gekostet und es hat wie ein Stück Pappe geschmeckt und ich dachte mir. „Krass! Du hast es irgendwie dreißig Jahre lang für den tollsten Geschmack gehalten und hast gedacht, es geht nichts über ein Stück frisches Brot. Jetzt beißt du da rein und es schmeckt nach nichts.“ Nach wirklich gar nichts. Es war so ein Erlebnis, wo ich dachte: „Okay, es riecht zwar immer noch gut, schmecken tut es nicht.“ Ich habe dasselbe probiert mit einem anderen Brot, weil ich Appetit hatte. Sei es Nudeln, sei es irgendwie Reis. Es schmeckt an sich auch nach nichts, wenn du es nicht würzt oder irgendwie Kräuter in die Fasern kommt. Es hat nicht zwingend den Effekt von „Mmh, lecker!“.

Es hat auch null Nährstoffe und so etwas. Aber das ist ein anderes Thema. Dann wusste ich, wenn mir mal danach ist, dann kann ich auch von einem Stück Pizza kosten. Ich weiß, es wird mir nicht schmecken. Denn irgendwann regenerieren sich die Geschmacksknospen und auf einmal – ach, Käse war auch ganz schlimm! Ich war ein Käsefreak. Ich habe Käse geliebt und jeden Tag Käse gegessen. Dann habe ich, einfach weil ich nicht mehr konnte, meinen Käse, den ich immer geliebt habe, gekauft. Mache ihn auf, koste, lache, weil er so mies war, ausgespuckt. Es war nur Salz. Es war nur salzig und fettig. Es hatte überhaupt keine Aromen mehr, an die ich mich erinnern konnte.

Die vegane Mami:

Das ist so tragisch. Manchmal hat man Sachen gerne in Erinnerung und dann sind die nicht mehr so.

Sophia:

Also das war für mich auch so, wo ich dachte: „Oh mein Gott. Wenn du irgendetwas anderes mal kosten würdest. Wie zum Henker schmeckt es eigentlich?!“. Du schmeckst dann wirklich mit den naturalisierten Geschmacksknospen. Du schmeckst nur entweder unglaublich süß oder unglaublich salzig oder du hast einen fiesen Glutamatgeschmack irgendwie drin. Also ganz ekelig.

Das hat mir wirklich geholfen, das durchzuziehen. Das, wo ich mir vorher geschworen habe, es nie wieder zu essen. Dieses Kosten war da der Schlüssel zum Erfolg bei mir. Weil als ich es geschmeckt habe: „Oh ne!“, also dann lieber echt eine Tomate oder irgendeinen Rohkost-Kräcker. Es hat tausendmal mehr Geschmack. Der Geschmack ist viel intensiver und gibt mehr Geschmack. Es ist viel mehr als wenn ich mir hier irgendwie ein Baguette kaufe.

Die vegane Mami:

Ja. So ähnlich war es bei mir auch. Also ich bin immer noch nicht bei 100% Rohkost. Aber bei mir war der erste Monat viel leichter lustigerweise.

Sophia:

Ehrlich?

Die vegane Mami:

Der erste Monat verging super. Da dachte ich mir: „Nichts ist leichter als Rohkost.“ Aber irgendwie danach es manchmal.

Ich wollte sagen, dass mich jetzt diese Sachen nicht mehr befriedigen. Ich esse dann so etwas und hinterher habe ich immer noch Hunger.

Also gerade gestern zum Beispiel mit meiner Tochter. Wir waren jetzt paar mal irgendwie mit dem Auto unterwegs zu Freunden und sind natürlich an Raststätten gestoppt und so. Und immer hinterher wollte sie immer Pommes essen. Ich dachte mir: „Wie kommt sie jetzt auf Pommes?“. Dann bin ich auf die Idee gekommen, dass diese Raststätten voll sind mit Bildern von Pommes. Und gestern auch wollte sie unbedingt Pommes essen. In Berlin gibt es ein veganes Restaurant (vego)und da gibt’s Pommes. Da bin ich mit ihr hingefahren und wir haben viele Pommes gegessen.

Aber hinterher hat sie auch zu mir gesagt, sie will noch etwas essen und mir ging es auch so, obwohl wir mengenmäßig und natürlich fettmäßig oder kalorienmäßig total viel gegessen haben.

Sophia:

Ja. Das hatte ich allerdings auch, das Problem. Wenn ich dann mal irgendwie, auch wenn es nur Reisnudeln sind mit einer Tomatensoße, denke ich mir hinterher: „So. Was isst du jetzt zum satt werden?“. Irgendwie so. Du hast da eine Riesenportion reingemampft und es war zu dem Moment ganz nett, aber da ist nichts an Nährstoffen da drin. Du futterst kiloweise, aber da bleibt nichts hängen. Klar. Da ist ja auch nichts drin, was dich satt macht. Eigentlich nur Durchlaufposten. Keine Nährstoffe, aber Durchlaufposten.

Die vegane Mami:

Mir ist gerade aufgefallen. Du hast vorher erwähnt, Du warst sechs Wochen zusammen mit Deinem Freund und er hat das alles mitgemacht und Ihr seid immer noch zusammen. Ist er auch Rohköstler?

Sophia:

Ne. Er ist das ganze Gegenteil von mir. Also wenn ich nicht ab und zu für ihn einkaufen gehen würde, um ihm paar andere Sachen zu bringen, würde er sich von Fertiggerichten ernähren. Fleisch ist sein Gemüse. Mit ganz viel Brotanteil.

Es ist jeder für seinen Körper verantwortlich, aber ich würde mir wünschen, dass er ein bisschen mehr in die Richtung gesunde Ernährung gehen würde.

Ich bereite eine Challenge zum Thema „Glutenfrei“ vor. Sie startet im Oktober. Sie heißt www.glutenfrei-challenge.de und da kannst du kostenlos ganz viele Infos bekommen über 30 Tage und nebenbei auch quasi glutenfreie Ernährung und Rezepte ausprobieren.

Und er hat diese typische Weizenwampe. Ansonsten schmal. Kein Gramm Fett zu viel, aber so eine kleine Wampe. Er hat Schulter-Nacken-Probleme. Es ist bekannt, das Darmprobleme in den Schulter-Nacken-Bereich gehen.

Die vegane Mami:

Das wusste ich zum Beispiel noch nicht.

Sophia:

Also ich mache gerade eine Heilpraktikerausbildung. Da werden diese Themen sowieso verwurstet. Daher weiß ich auch eben, dass die Probleme im Schulter-Nacken-Bereich vom Darm kommen können.

Und er hat so Probleme. Er hat auch Heuschnupfen. Ich sag: „Ein Jahr ohne Gluten -ist sein Heuschnupfen weg.“ Es ist bewiesen. Ich habe ganz viele Fälle im Freundes- und Bekanntenkreis und auch Kollegen, die sagen: „Ich habe letztes Jahr in dieser Zeit, Ende Juni, irgendwie 25 dieser kleiner Asthmasprays verbraucht und jetzt nicht einmal.“

Man kann so einfach gesund werden. Das ist quasi das, das ich versuche weiterzugeben. Es ist nicht kompliziert. Man muss sich bloß kurz näher damit beschäftigen und verstehen, was diese ganzen Fertigprodukte, diese ganzen Zusatzstoffe und Zucker und Salz und Gluten und was das in dem Körper alles macht. Und dann entscheidet man sich generell eigentlich dafür, dass man es sein lässt. Wenn der gesunde Menschenverstand funktioniert. Weil es ist ja nicht schwieriger. Es ist nur anders.

Die vegane Mami:

Na ja. Es ist schwieriger, wenn man daran gewöhnt ist, zum Bäcker um die Ecke zu gehen, oder wenn man natürlich bestimmte soziale Ereignisse mitmachen will wie andere. Und es ist natürlich schwer, wenn da jemand fragt: „Warum isst du denn das nicht? Warum trinkst du jetzt keinen Alkohol?“. Ich glaube, das ist so das, was schwer ist.

Sophia:

Ja. Aber die Frage ist: Willst Du gesund sein oder willst Du in die Gesellschaft passen?

Die vegane Mami:

Na ja, klar.

Sophia:

Also ich habe mich definitiv für die Gesundheit entschieden. Mittlerweile sind schon ganz viele Leute zu mir gekommen: „Ich bewundere Dich, weil Du es so leidenschaftlich durchhältst und dir geht’s auch so prima.“

Ja, ich bin jetzt Ernährungsberater, also kommt her! Ich zeige dir, dass du es auch hinkriegen kannst.

Oder diese typischen Aussagen: „Rohkost könnte ich nicht.“ „Warum?“ „Da werde ich doch nicht satt von.“ „Du wirst nicht satt von Deinem Fertigproduktenmüll.“

Das ist eigentlich das Schlimme. Klar ist es schwierig auf einem Geburtstag den Kuchen nicht anzufassen und das Brot nicht zu essen. Aber ich hatte das große Glück und ich habe es den Leuten von Anfang erklärt. Wenn ich bei Freunden zum Essen eingeladen bin, gibt es an dem Tag Rohkost für alle. Total verrückt! Das habe ich nie verlangt. Oder ich kriege hier einen Megaberg, wo ich sage: „Das sind jetzt eigentlich drei Mahlzeiten.“ und dann wird es halt weggeschmurzelt. Oder die rufen vorher an: „Sag mal, was ist damit? Isst Du das? Darfst Du das essen?“. „Darfst Du das essen?“ finde ich immer ganz schön.

Die vegane Mami:

Ich sage dann immer: „Ich darf alles. Ich will nur nicht.“

Sophia:

Ja, genau. Das ist das nächste Thema, wo ich mir denke, ich verzichte auf Sachen, aber gesunde Ernährung bringt mir viel mehr Kraft, Energie und Lebenswille. Mein Kopf ist klar und ich habe so viele Ideen, die ich umsetzen muss. Das hatte ich früher nicht. Ich habe einfach vor mich hin gelebt. Seitdem ich umgestellt habe, habe ich so viel bewegt, wie in den letzten zwei Jahren nicht.

Die vegane Mami:

Ja. Sag nochmal, wie Dein Blog heißt, wo man sich die ganzen Infos holen kann.

Sophia:

Genau. Es ist ganz einfach: vegane-rohkost.de.

Die vegane Mami:

Und auch nochmal die Challenge?

Sophia:

glutenfrei-challenge.de.

Die vegane Mami:

Und das startet wann?

Sophia:

Im Oktober. Die Seite ist schon online. Wenn ihr das Video schnell seht, ist sie noch in Bearbeitung. Das wird groß. Also wir haben zum Beispiel Ka Sundance und Rüdiger Dahlke mit an Bord, wir haben den – Oh Gott, wie heißt der mit Vornamen? Also es sind echt viele. Andreas Paffrat, Nadine Hagen. Es ist eine Riesenliste von unglaublich tollen Menschen, die einfach sagen: „Glutenfrei müssen wir vorwärts bringen.“ Weil es ist so einfach. Es gibt heutzutage so viele glutenfreie Lebensmittel zu kaufen, wo Du Dich nicht mehr hinstellen musst und Dein Brot backen musst oder Deine Brötchen oder Nudeln. Es gibt alles schon.

Und eine Preisfrage gibt es für mich nicht. Klar. Bio, vegan und Rohkost ist alles irgendwie preisintensiver beim Einkauf, aber das Wichtigste an dem Ganzen ist Deine Gesundheit und die kannst Du nicht einfach mit Geld aufwiegen. Also es ist mir lieber, ich mache den Urlaub zwei Tage weniger und ernähre mich dafür den Rest des Jahres gesund. Das ist mein Fazit.

Die vegane Mami:

Noch als letzte Frage: Was würdest Du Leuten raten, die jetzt zum Beispiel die Diagnose MS bekommen?

Sophia:

Kopf hoch. Nicht den Kopf hängen lassen. Es geht immer weiter. Es gibt eine Alternative. Ich bin das gute Beispiel dafür, dass es einen guten, alternativen Weg gibt. Versucht Euch zu informieren.

Lasst die Finger von Selbsthilfegruppen. Meistens ziehen die einen echt runter. Das habe ich auch gemerkt. Am Anfang war ich sehr viel, die ersten Wochen, Monate war ich sehr viel in Selbsthilfegruppen unterwegs. Das war ganz schön, um Informationen zu sammeln. Aber wenn du ständig mit diesem Thema im Kopf unterwegs bist, dann wird es ganz schwierig abzuschalten. Und dann steigerst Du Dich rein und dann kommst Du in eine Spirale und irgendwann siehst Du nur noch das Negative. Du siehst nur noch Leute im Rollstuhl. Du siehst nur noch Leute, die nicht gehen können und die Sensistörungen haben und die nicht mehr gucken können. Was es da alles für gruselige Sachen gibt. Dann hörst Du: „Der hatte wieder einen Schub.“ Dann siehst Du wieder einen in der Gruppe, der eine Naht im Arm hat, wo du weißt, da läuft gerade Kortison durch. Tut Euch das nicht an. Sucht Euch lieber positive Beispiele, so wie eigentlich immer im Leben. Versucht positiv zu denken. Es geht weiter.

Schreibt mich gerne an. Wir können auch gerne skypen dazu. Es gibt Alternativen, die wirklich funktionieren und ich bin kein Einzelfall. Ich bin nur jemand, der es mehr publik macht als andere. Kopf hoch. Die Welt ist deswegen noch nicht zu Ende und es geht weiter. Ihr könnt trotzdem glücklich und gesund alt werden.

Die vegane Mami:

Das war ein tolles Fazit. Dankeschön für dieses schöne Interview.

Sophia:

Sehr gern.

Die vegane Mami:

Ich war sehr gespannt, was du erzählen würdest.

Sophia:

Hat mich sehr gefreut.

Die vegane Mami:

Ja, mich auch. Na dann. Tschüssi!

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