Wie geht es veganen Kindern in KiTas /Kindergärten und auf Geburtstagen?

Diesmal geht es um die schwierigen Situationen im Kindergarten, der KiTa oder auf Kindergeburtstagen, wo es unter Umständen kein veganes Essen für die Kinder gibt.

Wie kann man vielleicht selbst für veganes Essen sorgen?

Und was kann ich tun, damit es nicht zum Drama mit meinem Kind kommt?


Das war für mich immer eine der schwierigsten Fragen. Gerade bei Kindergeburtstagen, wo riesige Mengen Süßigkeiten verteilt werden, hatte ich mich immer gefragt, wie ich dort trotzdem auf die Ernährung meines Kindes achten kann.

Fangen wir aber erstmal bei Kindergärten und KiTas an. Als ich schwanger war, hatte ich mir zuerst mehrere Kindergärten angeschaut, ohne auf die Ernährung dort zu achten. Da waren also auch welche dabei, die Fleisch auf dem Plan hatten. Bei einem dieser Kindergärten hatte mir eine Erzieherin erzählt, dass es mit meinem Kind etwas problematisch sein wird. Sie könnte Johanna die Milch nicht verbieten und dem anderen Kind sagen, es müsse die Milch trinken. Die Aussage, das Kind müsse Milch trinken, hatte mir ohnehin nicht gefallen, viel entscheidender war aber Folgendes: Ich habe gemerkt, dass es oftmals einfach an der Erzieherin oder dem Erzieher liegt und an deren Einstellung zur veganen Ernährung. Also ob sie selbst damit umgehen können oder ob es für sie ein Problem ist.

Mein Tipp bei der Wahl des Kindergartens ist, die Erzieher zu beobachten, zu schauen, wie sie mit Deinem Lebensstil umgehen. Wenn die Erzieher Veganismus problemlos akzeptieren, dann wird es Deinem Kind dort auch gut gehen.

Ich bin dann mit Johanna in einen anderen Bezirk gezogen und habe in der neuen Gegend bewusst auf die Ernährung in den Kindergärten geachtet. Ich habe mir also vegetarische Kindergärten ausgesucht und auch geschaut, dass möglichst keine Süßigkeiten verteilt werden. Einerseits, weil ich Süßigkeiten im Kindergarten generell nicht so toll finde, andererseits, weil sie meistens auch nicht vegan sind. Aber auch in großen staatlichen Kindergärten gibt es normalerweise immer einen Weg, mit der Köchin oder dem Erzieher zu reden und die Ernährung Eurer Kinder zu besprechen. Ihr könnt natürlich auch gleich dort im Kindergarten Soja-Joghurts, Tofu-Würstchen, Kekse etc. bunkern, damit das eigene Kind entsprechende Snacks hat, wenn die anderen ihre Süßigkeiten bekommen. Eine weitere interessante Methode habe ich bei Bekannten gesehen, die sich den Essensplan des Kindergartens besorgt haben und die Sachen, die nicht vegan sind, einfach vorgekocht und dem Kind morgens mitgegeben haben. Dadurch hatte das Kind beim Mittagessen die vegane Variante, die aber optisch nicht von der anderen zu unterscheiden war.

Meine eigene Erfahrung ist aber, dass die Kindergärten meistens gar kein Problem mit der veganen Ernährung haben. Viele hatten für das Essen einen Caterer, dem ich einfach telefonisch mitteilen konnte, dass mein Kind ein veganes Essen bekommen soll. Ein Kindergarten hatte mir erzählt, dass sie auch schon ein frutarisches Kind hatten, bei dem die Eltern allerdings selbst für das Essen sorgen mussten. Letztendlich sollte das Mittagessen also keine großen Probleme bereiten.

Beim Frühstück ist es unter Umständen etwas schwieriger. Wenn es ein Buffet gibt, muss man entweder darauf vertrauen, dass die Erzieher da bei meinem Kind aufpassen oder ich lasse das Kind einfach zu Hause frühstücken. Es kann morgens also zu Hause essen und geht dann in den Kindergarten. Viele Einrichtungen regeln das Frühstück aber auch so, dass die Eltern das Essen mitgeben. Das wäre die optimale Lösung, weil Ihr selbst komplett bestimmen könnt, was Euer Kind zum Frühstück isst.

Die Essensfrage ist also gar nicht so schwer zu klären: Für die kleinen Snacks zwischendurch könnt Ihr einfach schon im Voraus Sachen im Kindergarten lagern, die bei Bedarf herausgeholt werden. Ansonsten ist es meiner Erfahrung nach kein Problem, freundlich mit den Erziehern, Köchen oder Caterern zu sprechen, um für das gewünschte Essen zu sorgen. Ich persönlich habe noch nicht gehört, dass vegane Ernährung in der KiTa oder dem Kindergarten überhaupt nicht möglich wäre.

Viele haben Angst, das Thema gleich zu Beginn anzusprechen, weil sie fürchten, dass ihre Kinder dann nicht aufgenommen werden. Ich selbst hatte die gleiche Angst, aber wie sich herausgestellt hat, war es bei keiner Einrichtung ein Problem.

Wir hatten dann mehrere KiTas und Kindergärten zur Auswahl und haben auch bei einem vegetarischen Kindergarten die Eingewöhnung mitgemacht. Johanna ist am Ende nicht dort geblieben, weil es noch zu früh war und mir einige Dinge nicht gefallen haben. Ich habe mir aber einen Eindruck von der Essenssituation verschaffen können. Einmal gab es nach dem Mittagessen noch Joghurt dazu, was Johanna dann natürlich auch haben wollte. Ich habe ihr aber gesagt, dass es nicht das Joghurt ist, das wir zu Hause essen und es von der Kuh kommt. Daraufhin war die Sache auch sofort geklärt. Johanna wollte selbst kein Joghurt mehr haben, weil sie weiß, dass wir nichts von der Kuh essen. Wenn man länger in dem Kindergarten ist, kann man natürlich auch Soja-Joghurt in den Kühlschrank stellen, womit das Problem ohnehin gelöst wäre. Meistens klärt sich das mit Johanna ganz schnell, weil ich es ihr erkläre und sie ja trotzdem immer etwas Veganes essen kann.

Wenn man sich erstmal im Kindergarten eingelebt hat, wird es auch immer unproblematischer. Im Gegensatz zu Kindergeburtstagen, wo wir immer eine veränderte Situation vorfinden. Es gibt hier drei Varianten: Entweder kennt Ihr die Leute und wisst, dass sie immer etwas veganes bereitstellen, oder Ihr kennt sie, und wisst, dass sie nichts veganes bereitstellen, oder es sind Unbekannte, bei denen Ihr aber natürlich immer vorher nachfragen könnt. Ich backe normalerweise selbst etwas, das ich dann zum Kindergeburtstag mitbringe, womit ich immer auf der sicheren Seite bin. Eine gute Idee dafür ist beispielsweise der Zitronenkuchen, den Ihr in meinem E-Book findet. Der ist sehr schnell gebacken und kann zusätzlich mit allerlei Beeren bestückt werden. Solltet Ihr keine Lust haben zu backen, könnt Ihr auch fertige vegane Sachen, wie Kekse oder Tofu-Würstchen, mitbringen.

Auch bei Bekannten, die normalerweise veganes Essen anbieten, kann es aber zu einer Situation kommen, in der es nichts veganes gibt. Mir ist das einmal passiert, als das Kind einer Freundin Geburtstag gefeiert hat und ich nicht extra etwas mitgebracht hatte. Nach der Feier mit der Familie am Vortag hatte sie noch viele nicht-vegane Kuchen übrig, sodass sie nicht noch einen veganen gebacken hat. Aber das war letztlich auch kein Problem. Es gab noch viele Sachen, die Johanna essen konnte, wie Obstteller. Eine andere Freundin hat dann auch die ganzen Süßigkeiten abgeräumt. Ich bleibe immer erstmal ruhig und warte ab, damit ich nicht als der Stresser dastehe, der Süßigkeiten hasst und sich nicht alles um vegane Ernährung dreht. Meistens regeln sich die Dinge von selbst. Und wenn nicht, dann könnt Ihr immer noch selber dafür sorgen.

Bei uns war es letztendlich so, dass Johanna gar nichts vom Kuchen abhaben wollte, als alle am Tisch saßen und gegessen haben. Sie war ganz ruhig, hat gar nicht zum Kuchen geguckt und einfach weitergespielt. Ich schätze, dass sie mein Gespräch mit der Freundin über den Kuchen vorher mitgehört hat und dann wusste, dass wir dort keinen Kuchen essen können. Bisher hat es immer so funktioniert.

Und selbst wenn sie die Sachen haben möchte, die andere Leute essen, ist das kein Problem. Wenn zum Beispiel der Opa Käse isst und Johanna den auch gerne essen möchte, sage ich ihr, dass er von der Kuh kommt und wir das nicht essen. Und wenn sie weiß, dass es nicht der Käse, oder nicht die Milch ist, die wir zu Hause essen, dann versteht sie das und hat auch keine Probleme damit.

Es ist ganz wichtig, es dem Kind immer ruhig und klar zu erklären und auch keine Ausnahmen zu machen. Wenn ich Johanna bei einem Kindergeburtstag erlauben würde, den Kuchen zu essen und beim nächsten wieder nicht, versteht sie das nicht. Tierprodukte sind also immer tabu und diese Einstellung hat sich bewährt.

Was ich Euch empfehlen kann, ist Folgendes: Bleibt ruhig, veranstaltet kein Drama und wartet erstmal ab. Wenn Ihr dann trotzdem irgendwann einschreiten müsst, dann erklärt Eurem Kind, warum Ihr etwas auf diese Art und nicht auf die andere macht. So hat es bei Johanna und mir immer funktioniert und es gab noch nie Probleme.

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Danke Euch!

Hier geht’s zu meinem veganen Rezepte Buch für Süßes, damit Ihr beim nächsten Geburtstag den leckersten Kuchen mitbringt!

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